GEO lohnt sich vor allem dort, wo Kunden ihre Entscheidung mit Fragen vorbereiten, ein Auftrag viel wert ist und das Angebot erklärt werden muss. Wo Menschen spontan, nach Preis oder über feste Empfehlungswege kaufen, ist der Hebel klein. Das ist meine Einschätzung aus der Praxis, kein Studienergebnis – belegt ist nur, dass KI-Antworten nicht bei jeder Suche erscheinen[1] und dass B2B-Einkäufer KI breit nutzen.[2]
Warum wirkt GEO nicht in jeder Branche gleich?
Weil KI-Antworten nicht überall dieselbe Rolle im Kaufprozess spielen. Laut Pew Research enthielten im März 2025 rund 18 % von 68.879 untersuchten Google-Suchen von 900 US-Erwachsenen eine KI-Zusammenfassung.[1] Bei diesen Besuchen klickten Nutzer in 8 % der Fälle auf einen klassischen Link, ohne Zusammenfassung waren es 15 %.[1] Das sind US-Verhaltensdaten von 2025 und sagt nichts darüber, wie oft deine Zielgruppe in Deutschland heute KI nutzt – es zeigt nur, dass KI-Antworten keine Selbstverständlichkeit bei jeder Suche sind.
Anders sieht es im B2B-Einkauf aus: Nach Forresters Buyers' Journey Survey 2025 nutzen 94 % der befragten Business-Einkäufer KI in ihrem Kaufprozess.[2] Wer erklärungsbedürftige, hochpreisige Leistungen verkauft, trifft also eher auf Käufer, die vorab KI fragen. Auch das ist keine Garantie für Aufträge, sondern eine Ausgangslage.
Für welche Geschäftsmodelle lohnt sich GEO eher nicht?
Für Geschäfte, in denen die Entscheidung nicht über eine Frage an eine KI fällt. Vier typische Fälle – wieder meine Einordnung, nicht belegt durch eine Studie:
- Laufkundschaft und Spontankauf: Wer ein Café, einen Kiosk oder einen Friseur sucht, fragt selten ausführlich nach. Hier zählen Lage und lokale Karten. Für lokale Anbieter gibt es einen eigenen Beitrag, der die Unterschiede zeigt.
- Reiner Preisvergleich: Wenn Kunden vor allem den günstigsten Anbieter einer austauschbaren Ware suchen, entscheiden Preisportale und Marktplätze. Eine gut formulierte Antwortseite ändert daran wenig.
- Geschäft über feste Wege: Aufträge kommen über Ausschreibungen, Rahmenverträge oder Empfehlungen aus dem Netzwerk. Eine KI-Nennung kann ergänzen, ersetzt diese Wege aber selten.
- Niedriger Auftragswert ohne Wiederkauf: Rechnet sich ein einzelner Kunde kaum, trägt der laufende Aufwand für belegte Inhalte und Pflege die Investition schwer.
| Merkmal | Passt eher zu GEO | Passt eher nicht |
|---|---|---|
| Kaufentscheidung | Wird mit Fragen und Vergleichen vorbereitet | Spontan oder rein preisgetrieben |
| Auftragswert | Hoch, wenige Kunden reichen | Niedrig, Masse nötig |
| Angebot | Erklärungsbedürftig, spezialisiert | Austauschbar, Standardware |
| Neukundenweg | Online-Recherche vor dem Erstkontakt | Ausschreibung, Netzwerk, Laufkundschaft |
Wichtig: „Passt eher nicht“ heißt nicht „sinnlos“. Es heißt, dass der erwartbare Ertrag den Aufwand weniger leicht rechtfertigt. Entscheiden musst du das mit deinen eigenen Zahlen – Auftragswert, Anteil der Online-Anfragen, verfügbares Budget.
Gilt das nur für ganze Branchen – oder auch für einzelne Unternehmen?
Auch für einzelne Unternehmen, und oft entscheidender als die Branche. Zwei Anbieter derselben Branche können sehr unterschiedlich dastehen: Der eine hat ein klar umrissenes Spezialangebot mit belegbaren Fakten, der andere verkauft dasselbe wie zehn Wettbewerber. Wie du dich abgrenzt, steht in Positionierung für die KI-Suche. Wer wenig Budget hat, findet Orientierung in GEO für Startups mit kleinem Budget.
Hinzu kommt: Selbst bei guter Passung gibt es keine bewährte Technik mit stabilem Effekt über alle Plattformen. Die Übersichtsarbeit von Olivier Martinez (Sciences Po) über 45 Studien findet keine GEO-Technik, die plattformübergreifend verlässlich wirkt.[3] Wer GEO als sicheres Wachstumsversprechen verkauft, übertreibt – das gilt für jede Branche.
Wie prüfe ich selbst, ob sich GEO für mich lohnt?
Beantworte die vier Fragen oben ehrlich und teste dann direkt: Stelle ChatGPT, Claude und Gemini fünf Fragen, die ein Wunschkunde vor dem Kauf stellen würde. Kommen solche Fragen in deinem Geschäft vor, und taucht dein Unternehmen nicht auf, ist das ein konkreter Handlungsansatz. Eine Anleitung dazu liefert Dein digitaler Zwilling, die ausführlichere Methode das 7-Schritte-GEO-Audit. Wie sich ein möglicher Ertrag überhaupt bewerten lässt, zeigt GEO-ROI.
Ehrlich gesagt: Wenn die Prüfung ergibt, dass GEO für dein Geschäft kaum Hebel hat, ist das ein brauchbares Ergebnis – du sparst dir Budget. Mein Angebot richtet sich an Anbieter mit hochpreisigen, erklärungsbedürftigen Leistungen, weil dort die Passung am größten ist, nicht weil es dort ein Erfolgsversprechen gäbe.
Quellen
- [1] Pew Research Center: "Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results" (22. Juli 2025; Daten: 900 US-Erwachsene, März 2025, abgerufen 8. Oktober 2026)
- [2] Forrester (John Buten): "B2B Buyers Make Zero-Click Buying Number One", Forrester Blog (22. Januar 2026), auf Basis des Forrester Buyers' Journey Survey 2025
- [3] Olivier Martinez (Sciences Po): "Optimizing Visibility in Generative Engines: A Critical Survey of Generative Engine Optimization (2023-2026)", arXiv:2607.14035 (15. Juli 2026)
Häufige Fragen
Funktioniert GEO für jedes Unternehmen?
Nein. Der Aufwand lohnt sich eher, wenn Kunden ihre Entscheidung mit Fragen vorbereiten, der Auftragswert hoch ist und das Angebot erklärt werden muss. Bei Laufkundschaft, reinem Preisvergleich oder Geschäft über feste Empfehlungswege ist der Hebel deutlich kleiner. Das ist eine Einordnung aus der Praxis, kein Studienergebnis.
Kommen KI-Zusammenfassungen bei jeder Suche vor?
Nein. In einer Pew-Auswertung von 68.879 Google-Suchen von 900 US-Erwachsenen im März 2025 enthielten rund 18 % eine KI-Zusammenfassung. Die Zahl gilt für die USA und diesen Zeitraum und kann sich seither verändert haben.
Wie finde ich heraus, ob GEO für mich lohnt?
Stelle ChatGPT, Claude und Gemini fünf Fragen, die deine Wunschkunden vor einem Kauf stellen würden, und prüfe, ob und wie dein Unternehmen vorkommt. Kommen solche Fragen in deinem Geschäft gar nicht vor, ist das bereits eine Antwort.
