Checkliste · Schritt 1

Checkliste: Ist deine Website für ChatGPT & Co. lesbar?

Von Hans Gülker · Stand: 16. Oktober 2026 · kostenlos, ohne Anmeldung

Bevor ChatGPT, Claude, Perplexity oder Gemini dich empfehlen können, müssen sie deine Website abrufen und verstehen können. Diese Checkliste fasst das in 22 Punkten zusammen. Hake ab, was erledigt ist. Dein Fortschritt bleibt in diesem Browser gespeichert. Weiter unten findest du einen Claude-Code-Skill, der die Punkte automatisch prüft.

A. Zugang: Können KI-Crawler deine Seite abrufen?

  • Wer OAI-SearchBot, ChatGPT-User, Claude-SearchBot, PerplexityBot oder Googlebot sperrt, kann in deren Antworten kaum als Quelle auftauchen. Oft passiert das ungewollt über eine Standard-Einstellung.

    So prüfst du es: Mit dem kostenlosen KI-Crawler-Check deine Domain eingeben.

  • Manche Schutzdienste (zum Beispiel Bot-Schutz bei Cloudflare) weisen KI-Crawler ab, obwohl die robots.txt sie erlaubt.

    So prüfst du es: In den Einstellungen deines Hosters oder CDN unter „Bot-Schutz“ bzw. „AI-Crawler“ nachsehen. Der Claude-Code-Skill unten testet das automatisch.

  • Die großen KI-Crawler führen nach einer Auswertung von Vercel kein JavaScript aus.[1] Was erst im Browser erscheint, sehen sie nicht.

    So prüfst du es: Im Browser Rechtsklick → „Seitenquelltext anzeigen“. Steht dein Angebot dort als Text, ist alles gut.

  • Viele KI-Systeme recherchieren über Suchindizes. Microsoft Copilot zum Beispiel stützt sich auf den Bing-Index. Fehlt deine Seite dort, wird sie schwer gefunden.

    So prüfst du es: In Google „site:deinedomain.de“ suchen. Seite in der Google Search Console und in den Bing Webmaster Tools anmelden.

  • Die Sitemap zeigt Crawlern alle wichtigen Seiten und wann sie zuletzt geändert wurden.

    So prüfst du es: deinedomain.de/sitemap.xml aufrufen und prüfen, ob die robots.txt eine Zeile „Sitemap: …“ enthält.

B. Klarheit: Versteht man in Sekunden, was du machst?

  • KI-Systeme fassen dich in einem Satz zusammen. Steht dieser Satz klar auf deiner Seite, übernehmen sie ihn eher richtig.

    So prüfst du es: Den ersten sichtbaren Absatz lesen: Werden Leistung, Zielgruppe und Ort genannt, als Text und nicht in einem Bild?

  • Eine Seite pro Leistung beantwortet genau eine Art von Frage. Eine Sammelseite „Leistungen“ mit fünf Stichpunkten reicht dafür nicht.

    So prüfst du es: Navigation durchgehen: Gibt es zu jeder Kernleistung eine eigene URL mit Beschreibung, Ablauf und Zielgruppe?

  • Name, Qualifikation und Erfahrung machen dich als Anbieter nachvollziehbar, für Menschen wie für Maschinen.

    So prüfst du es: Steht dort, wer hinter dem Angebot steht, seit wann und mit welchem Hintergrund?

  • Abweichende Schreibweisen auf Website, Impressum und Profilen erschweren die Zuordnung zu deinem Unternehmen.

    So prüfst du es: Startseite, Impressum, Google-Unternehmensprofil und LinkedIn nebeneinanderlegen und vergleichen.

  • Kosten gehören zu den häufigsten Fragen vor einer Anfrage. Wer keinen Rahmen nennt, wird bei dieser Frage selten zitiert.

    So prüfst du es: Gibt es eine Angabe wie „ab …“ oder „typisch zwischen … und …“?

C. Struktur: Ist jede Seite sauber gegliedert?

  • Überschriften zeigen, worum es in welchem Abschnitt geht. KI-Systeme nutzen sie, um passende Stellen zu finden.

    So prüfst du es: Mit einer Browser-Erweiterung wie „HeadingsMap“ die Gliederung einer Seite anzeigen lassen.

  • Sie sind die Kurzbeschreibung jeder Seite in Suchindizes. Gleiche Titel auf mehreren Seiten verwischen das Thema.

    So prüfst du es: In Google „site:deinedomain.de“ eingeben und die angezeigten Titel lesen.

  • Wer eine Frage in den ersten zwei Sätzen eines Abschnitts beantwortet, liefert der KI ein zitierfähiges Stück.

    So prüfst du es: Liste deine zehn häufigsten Kundenfragen auf und suche zu jeder die Stelle auf der Website.

  • Text in Grafiken oder PDFs wird schlechter oder gar nicht gelesen.

    So prüfst du es: Wichtige Aussagen dürfen nicht nur in Bildern, Slidern oder PDFs stehen.

  • Interne Links zeigen, welche Seiten zusammengehören und welche dir am wichtigsten sind.

    So prüfst du es: Verlinkt jeder Blogbeitrag auf die passende Leistungsseite und umgekehrt?

D. Maschinenlesbare Signale: Strukturierte Daten

  • Organization, LocalBusiness oder ProfessionalService beschreiben Name, Adresse, Leistung und Profile in einem festen Format.

    So prüfst du es: Startseite im Schema Markup Validator prüfen.

  • Person-Markup mit sameAs-Links zu LinkedIn und anderen Profilen verknüpft dich eindeutig mit deinem Unternehmen.

    So prüfst du es: Im Validator nach „Person“ und „sameAs“ suchen.

  • Autor und Aktualität sind Vertrauenssignale und lassen sich so maschinell auslesen.

    So prüfst du es: Einen Blogbeitrag im Validator prüfen: Gibt es „Article“ mit „author“ und „dateModified“?

  • Die llms.txt ist ein freiwilliger Vorschlag für eine Inhaltsübersicht für Sprachmodelle.[2] Dass die großen KI-Systeme sie auswerten, ist bisher nicht belegt. Sie kostet wenig und schadet nicht.

    So prüfst du es: deinedomain.de/llms.txt aufrufen. Anleitung: llms.txt, robots.txt und KI-Crawler.

E. Vertrauen: Belege und Erwähnungen

  • Konkrete Zahlen und Beispiele sind leichter zu zitieren als allgemeine Versprechen.

    So prüfst du es: Gibt es mindestens zwei Beispiele mit Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis?

  • KI-Systeme zitieren laut einer Vergleichsstudie der University of Toronto häufiger unabhängige Quellen als die eigenen Seiten von Marken.[3] Profile und Einträge bei Dritten zählen deshalb mit.

    So prüfst du es: Google-Unternehmensprofil, LinkedIn und zwei bis drei Branchenverzeichnisse anlegen bzw. abgleichen.

  • Veraltete Inhalte werden seltener herangezogen, wenn es aktuellere Quellen gibt.

    So prüfst du es: Stehen auf Beiträgen und Leistungsseiten „Stand“ oder „aktualisiert am“?

Automatisch prüfen mit Claude Code

Claude-Code-Skill „KI-Website-Check“

Der Skill arbeitet diese 22 Punkte für eine beliebige Domain ab: Er lädt die Seiten so, wie ein KI-Crawler sie sieht, also ohne JavaScript, testet den Abruf als OAI-SearchBot, Claude-SearchBot und PerplexityBot, liest robots.txt, Sitemap und strukturierte Daten aus und schreibt einen Bericht mit den fünf wichtigsten Maßnahmen.

Skill herunterladen (ZIP)
  1. ZIP entpacken und den Ordner ki-website-check nach ~/.claude/skills/ kopieren.
  2. Claude Code neu starten.
  3. Eingeben: /ki-website-check https://www.deinedomain.de

Voraussetzung: Claude Code. Punkte, die sich von außen nicht prüfen lassen (etwa die Search Console), markiert der Skill und erklärt, wie du sie selbst prüfst.

Quellen

Häufige Fragen

Reicht diese Checkliste, damit ChatGPT mich empfiehlt?

Nein. Sie sorgt dafür, dass KI-Systeme deine Website abrufen und verstehen können. Ob sie dich nennen, hängt zusätzlich von deinen Inhalten, deiner Bekanntheit und Erwähnungen auf anderen Seiten ab.

Muss ich programmieren können?

Für die meisten Punkte nicht. Robots.txt, Sitemap und Schema-Markup lassen sich in gängigen Systemen wie WordPress mit Plugins einstellen. Bei Punkt 3 (Inhalt ohne JavaScript) brauchst du bei manchen Website-Baukästen Hilfe.

Was ist der Unterschied zum KI-Crawler-Check?

Der KI-Crawler-Check prüft nur die robots.txt. Diese Checkliste umfasst zusätzlich Inhalt, Struktur, strukturierte Daten und Vertrauenssignale.

Wie oft sollte ich die Punkte prüfen?

Nach jedem größeren Umbau der Website und sonst etwa zweimal im Jahr. Bot-Schutz-Einstellungen bei Hostern ändern sich mitunter ohne Ankündigung.

Hans Gülker

Über den Autor

Hans Gülker

Gründer von ki-gefunden-werden.de · KI-Sichtbarkeit für B2B-Dienstleister

Hans Gülker positioniert Berater, Coaches und Dienstleister mit hochpreisigen, erklärungsbedürftigen Angeboten in den Antworten von KI-Systemen. Sein Ziel: Wenn deine Kunden eine KI nach einem Anbieter fragen, fällt dein Name.

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