ChatGPT zeigt seit dem 24. August 2026 auch in Deutschland Werbung. Die Anzeigen stehen unter der Antwort, sind als gesponsert gekennzeichnet und erscheinen nur in den Tarifen Free und Go. Laut OpenAI beeinflussen sie die Antworten nicht. Wer in der Antwort selbst genannt werden will, kann sich das also nicht kaufen.
Seit wann gibt es Werbung in ChatGPT?
OpenAI testet Anzeigen seit dem 9. Februar 2026 in den USA.[1] Am 18. August 2026 kündigte das Unternehmen den Start in 31 europäischen Ländern an, darunter Deutschland und Österreich.[2] In Deutschland erscheinen die Anzeigen seit Montag, dem 24. August 2026.[3]
OpenAI begründet den Schritt mit den Kosten: Die Anzeigen sollen den kostenlosen und den günstigen Zugang zu ChatGPT finanzieren.[2]
Wer sieht Werbung und wer nicht?
| Tarif oder Situation | Werbung |
|---|---|
| Free und Go | ja |
| Plus, Pro, Business, Enterprise, Edu | nein |
| Konten von unter 18-Jährigen | nein |
| Temporäre Chats | nein |
| Gespräche zu persönlicher Gesundheit, psychischer Gesundheit oder Politik | nein |
Alle Angaben stammen aus der Hilfe von OpenAI.[1] Dort steht auch, dass es im Free-Tarif eine werbefreie Variante gibt. Sie hat niedrigere Nutzungsgrenzen und weniger Funktionen.
Wo erscheint die Werbung?
Die Anzeigen stehen unter dem Ende einer Antwort, optisch getrennt und als gesponsert gekennzeichnet. Es können eine oder mehrere Anzeigen sein, wenn sie zum Gespräch passen.[1] Am 5. Oktober 2026 hat OpenAI zusätzlich ein Bildformat angekündigt, das zuerst in den USA während der Bilderzeugung getestet wird.[4]
Beeinflusst Werbung die Antworten von ChatGPT?
Laut OpenAI nein. Die Anzeigen laufen auf Systemen, die vom Sprachmodell getrennt sind. Werbekunden können Antworten weder gestalten noch in ihrer Reihenfolge verändern. Eine Anzeige bedeutet auch nicht, dass OpenAI den Anbieter empfiehlt.[1] „Answer independence" ist einer der fünf Grundsätze, die OpenAI für Werbung veröffentlicht hat.[5]
Das ist die Aussage des Unternehmens. Unabhängig überprüfen lässt sie sich von außen nicht. Für die Praxis folgt daraus trotzdem etwas Klares: Es gibt keinen bezahlten Weg in die Antwort.
Anzeige oder Empfehlung: Was ist der Unterschied?
| Anzeige in ChatGPT | Nennung in der Antwort | |
|---|---|---|
| Wo | Unter der Antwort, als gesponsert markiert | Im Text der Antwort |
| Wie du hinkommst | Gebot im Anzeigenmanager von OpenAI | Inhalte und Quellen, auf die sich das Modell stützt (GEO) |
| Wer es sieht | Nur Nutzer der Tarife Free und Go | Alle Nutzer, auch in den werbefreien Tarifen |
| Wirkung endet | Wenn das Budget endet | Nicht automatisch, sie schwankt aber von Abfrage zu Abfrage |
Ein Punkt in dieser Tabelle wird leicht übersehen: Wer Plus oder einen höheren Tarif nutzt, sieht keine Anzeigen. Diese Nutzer erreichst du nur über die Antwort selbst. Wie das geht, steht in ChatGPT-SEO: So wirst du in ChatGPT genannt.
Wie wählt ChatGPT die Anzeigen aus?
Das Anzeigensystem berücksichtigt laut OpenAI mehrere Signale: Thema und Absicht des laufenden Gesprächs, die Zielseite, Titel und Text der Anzeige sowie die Zielgruppen-Einstellungen des Werbekunden. Gibt es mehrere passende Anzeigen, zählen Relevanz und Gebot.[1]
Für Europa gilt eine Besonderheit: Personalisierte Anzeigen, die frühere Chats und das Gedächtnis von ChatGPT einbeziehen, sind im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz zunächst nicht verfügbar.[1] Die Auswahl richtet sich hier also nach dem aktuellen Gespräch.
Was erfahren Werbekunden über die Nutzer?
OpenAI gibt an, Gespräche nicht an Werbekunden weiterzugeben und keine Nutzerdaten zu verkaufen. Werbekunden erhalten zusammengefasste Zahlen wie Aufrufe und Klicks.[1]
Wie schaltest du Werbung in ChatGPT?
Seit dem 31. August 2026 ist der Anzeigenmanager von OpenAI in den 31 europäischen Märkten für die Selbstbuchung freigeschaltet, die Anmeldung läuft über ads.openai.com.[2] OpenAI nennt als Funktionen:
- Abrechnung nach Einblendungen (CPM), nach Klicks (CPC) oder mit Optimierung auf Abschlüsse.
- Zielgruppen nach Region und eigene Zielgruppenlisten.
- Messung über ein eigenes Pixel, eine Schnittstelle für Abschlussdaten und Messpartner.
Für Branchen wie Gesundheit und Finanzdienstleistungen gelten laut OpenAI strenge Zulassungskriterien. Politische Werbung ist nicht erlaubt.[1] Zu Preisen in Deutschland habe ich keine belastbare Quelle gefunden. Ich habe selbst noch keine Anzeigen in ChatGPT geschaltet und gebe deshalb keine Erfahrungswerte an.
Lohnt sich ChatGPT-Werbung für Dienstleister?
Die bisher veröffentlichten Ergebnisse stammen von OpenAI und seinen Messpartnern und betreffen US-Marken aus dem Handel.[4] Für Berater, Kanzleien oder Praxen in Deutschland gibt es noch keine unabhängigen Zahlen. Drei Überlegungen helfen bei der Einordnung:
- Wen du erreichst. Anzeigen sehen nur Nutzer der kostenlosen und der günstigsten Stufe. Wer ChatGPT in einem werbefreien Tarif wie Plus oder Business nutzt, sieht sie nicht.
- Welche Themen ausgeschlossen sind. In Gesprächen über die persönliche Gesundheit erscheint keine Werbung. Für Praxen fällt damit ein großer Teil der passenden Gespräche weg.
- Was bleibt, wenn das Budget endet. Eine Anzeige verschwindet. Eine Seite, auf die sich ChatGPT in seinen Antworten stützt, bleibt.
Anzeigen und GEO schließen sich nicht aus. Für erklärungsbedürftige, hochpreisige Angebote würde ich zuerst messen, ob ChatGPT dich in der Antwort nennt, und erst danach über Anzeigen entscheiden.
Wie schaltest du als Nutzer die Werbung ab?
- Bezahlter Tarif: Plus und Pro sind werbefrei.
- Werbefreie Free-Variante: in den Einstellungen unter den Anzeigen-Einstellungen wählbar, mit weniger Nachrichten und ohne einige Werkzeuge wie die Bilderzeugung.
- Einzelne Anzeigen: über das Drei-Punkte-Menü ausblenden oder melden.
Die Personalisierung abzuschalten entfernt die Anzeigen nicht, sie ändert nur deren Auswahl.[1]
Quellen
- [1] OpenAI Help Center: "Ads in ChatGPT", help.openai.com (abgerufen 13. Oktober 2026)
- [2] OpenAI: "ChatGPT Ads expands across Europe" (18. August 2026, aktualisiert am 31. August 2026)
- [3] ZDFheute: „OpenAI: ChatGPT ab heute mit Werbung – auch in Deutschland“ (24. August 2026)
- [4] OpenAI: "Building advertising for the way people use AI" (5. Oktober 2026)
- [5] OpenAI: "Our approach to advertising and expanding access to ChatGPT" (2026)
Häufige Fragen
Seit wann gibt es Werbung in ChatGPT in Deutschland?
Seit dem 24. August 2026. OpenAI hatte den Start in 31 europäischen Ländern am 18. August 2026 angekündigt. In den USA laufen die Anzeigen seit dem 9. Februar 2026.
Wer sieht Werbung in ChatGPT?
Nutzer der Tarife Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben laut OpenAI werbefrei. Konten von unter 18-Jährigen und temporäre Chats erhalten keine Anzeigen.
Kann man sich eine Empfehlung von ChatGPT kaufen?
Nein. Laut OpenAI laufen Anzeigen auf getrennten Systemen, und Werbekunden können die Antworten nicht gestalten oder verändern. Anzeigen stehen als gesponsert markiert unter der Antwort.
Wie schalte ich Werbung in ChatGPT?
Über den Anzeigenmanager von OpenAI unter ads.openai.com. Die Selbstbuchung ist in den europäischen Märkten seit dem 31. August 2026 freigeschaltet. Abgerechnet wird nach Einblendungen, Klicks oder mit Optimierung auf Abschlüsse.
Wie schalte ich die Werbung in ChatGPT ab?
Mit einem bezahlten Tarif wie Plus oder Pro, oder mit der werbefreien Variante des Free-Tarifs, die niedrigere Nutzungsgrenzen hat. Das Abschalten der Personalisierung entfernt die Anzeigen nicht.
