Ja. Bei der Frage nach einem Kurs oder Programm nennen ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini zunehmend konkrete Anbieter – und Lernen ist einer ihrer größten Anwendungsfälle überhaupt. Ob dein Kurs dort auftaucht, hängt weniger vom Marketing ab als davon, wie klar deine Seite Zielgruppe, Lehrplan, Format und nachweisbare Ergebnisse benennt.
Was Kurs-Interessenten heute die KI fragen
Die Suche nach einem Kurs beginnt immer häufiger im Chat-Fenster statt in einer Ergebnisliste. Lernen ist dort kein Randthema: In einer gemeinsam von OpenAI und Forschenden aus Harvard und Duke veröffentlichten Auswertung – analysiert wurden rund 1,1 Millionen Konversationen bzw. 1,58 Millionen Nachrichten von etwa 130.000 Nutzern zwischen Mai 2024 und Juli 2025 – entfielen 10,2 % aller Nutzer-Nachrichten auf „Tutoring oder Teaching“. Damit gehört Lernen zu den einzeln größten Anwendungsfällen von ChatGPT.[1] Zur Einordnung der Größenordnung: ChatGPT zählte im Februar 2026 nach Angaben von OpenAI über 900 Millionen wöchentliche Nutzer.[2]
Wichtig zur Ehrlichkeit: Diese Zahl misst, wie oft Menschen die KI selbst als Lehrer nutzen – nicht, wie oft sie konkret nach einem kostenpflichtigen Kursprogramm fragen. Einen belastbaren, unabhängigen Wert allein für den Anteil „Welchen Kurs soll ich kaufen?“ gibt es meines Wissens nicht. In der Praxis fragt aber, wer die KI beim Lernen um Rat fragt, im selben Gespräch oft auch, womit er anfangen und welches Angebot sich lohnt.
Typische Fragen, bei denen Kursanbieter heute genannt werden – oder eben nicht:
- „Bester Online-Kurs, um [Fähigkeit] von Grund auf zu lernen“
- „[Kursanbieter A] oder [Kursanbieter B] – was lohnt sich für Einsteiger mehr?“
- „Gibt es ein deutschsprachiges Bootcamp für [Thema] mit Zertifikat?“
- „Lohnt sich ein bezahlter Kurs für [Thema] oder reichen kostenlose Ressourcen?“
- „Welche Weiterbildung zu [Thema] wird von Arbeitgebern anerkannt?“
Warum Kursanbieter ein eigener Fall sind
Der bestehende Beitrag GEO für Coaching & High-Ticket Services behandelt die persönliche 1:1-Dienstleistung. Ein Kursprodukt ist etwas anderes: Es ist standardisiert, skalierbar und direkt vergleichbar – oft bis auf Modulebene. Daraus ergeben sich vier Besonderheiten:
- Vergleichbarkeit. KI-Systeme stellen Kurse in „X vs. Y“-Antworten direkt nebeneinander. Curriculum, Dauer, Preis und Zertifikat werden zu Vergleichskriterien – wer diese Angaben nicht sauber ausweist, verliert den Vergleich, bevor er beginnt.
- Das Marktplatz-Problem. Läuft dein Kurs nur über eine Plattform wie Udemy oder Coursera, zitiert die KI im Zweifel die Plattform – nicht dich. Eine eigene, eigenständig auffindbare Kursseite ist die Voraussetzung dafür, als eigenständiger Anbieter genannt zu werden.
- Ergebnis-Nachweis. Bei einem Kurs zählt die messbare Nachher-Situation – Abschlussquote, was Absolventen danach können oder erreicht haben – mehr als ein einzelnes Testimonial-Zitat.
- Aktualität. Bei Themen wie Software, Recht oder KI veralten Kursinhalte schnell. Ein sichtbares „zuletzt aktualisiert am …“ ist ein Signal, das anonyme Konkurrenzangebote oft nicht liefern.
Was du konkret tun kannst
- Zielgruppe und Ergebnis in einem Satz. „Kurs für alle, die etwas über Marketing lernen wollen“ ist für ein KI-System nicht zuzuordnen. „12-Wochen-Kurs für Quereinsteiger, die ihre erste Stelle im Performance-Marketing anstreben“ schon.
- Lehrplan öffentlich und strukturiert. Module, Lernziele und ungefähre Bearbeitungszeit als echte Textliste auf der Seite – nicht nur als PDF-Download oder in einem Video versteckt.
- Format, Dauer, Aufwand und Voraussetzungen klar benennen. Selbstlernkurs oder Kohorte mit festen Terminen? Drei Stunden pro Woche oder fünfzehn? Diese Fragen entscheiden über Kauf oder Absprung – und werden von KI-Systemen bevorzugt aufgegriffen, wenn sie direkt beantwortet sind.
- Echte Ergebnisse mit Kontext statt Sternebewertung. Abschlussquote, konkrete Vorher-Nachher-Beispiele, was Absolventen sechs Monate später tun. Nachvollziehbare Zahlen und Zitate gehören laut einer Untersuchung von Forschenden aus Princeton, Georgia Tech, IIT Delhi und dem Allen Institute for AI zu den wirksamsten Hebeln für die Zitierhäufigkeit in generativen Antwortsystemen – gemessen wurde eine Verbesserung von bis zu rund 40 % auf einer Sichtbarkeits-Metrik, allerdings mit deutlichen Unterschieden je nach Themenfeld.[3]
- Anbieter- und Dozenten-Identität als feste Entität. Wer unterrichtet, mit welcher nachprüfbaren Erfahrung? Konsistent auf Kursseite, „Über uns“ und externen Profilen. Details dazu in Schema-Markup für GEO.
- Preis und Rückgabebedingungen offen nennen. Ein versteckter Preis ist eine unbeantwortete Frage – und eine unbeantwortete Frage kann die KI nicht für dich beantworten.
- Eine echte FAQ-Sektion. „Für wen ist der Kurs nicht geeignet?“, „Was, wenn ich keine Zeit habe?“, „Wird das Zertifikat anerkannt?“ Siehe FAQ-Seiten richtig optimieren.
Der erste Test kostet nichts: Stelle die Fragen deiner Wunsch-Teilnehmer selbst in ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini – und sieh nach, wer stattdessen genannt wird. Ein strukturierter Weg dafür steht in 7 Schritte zum GEO-Audit.
Wo die Grenzen liegen
Ehrlich bleibt festzuhalten:
- Generische Anfragen bringen oft niemandem eine Nennung. Bei „bester Online-Kurs 2026“ nennen KI-Systeme häufig nur Kategorien oder Plattformen statt einzelner Programme. Der Hebel liegt bei spezifischen Fragen mit klarer Zielgruppe und Fachgebiet.
- Für reine Plattform-Kurse ist der Effekt begrenzt. Ohne eigene, eigenständig auffindbare Seite bleibst du im Zweifel Teil einer Plattform-Nennung, nicht ein eigener Treffer.
- Belastbare, kursspezifische Wirksamkeitsdaten zu GEO gibt es kaum. Vieles beruht auf allgemeinen Beobachtungen zu KI-Antwortsystemen, nicht auf Messungen speziell im Bildungsmarkt.
Deshalb gehört laufendes Monitoring zwingend dazu: dieselben Fragen regelmäßig selbst stellen und dokumentieren, wer genannt wird und wie über deinen Kurs gesprochen wird – gerade weil sich Kursinhalte und Wettbewerb schnell ändern.
Quellen
- [1] Chatterji, Cunningham, Deming, Hitzig, Ong, Shan, Wadman: „How People Use ChatGPT“, NBER Working Paper 34255 (September 2025), gemeinsam veröffentlicht mit OpenAI; ausgewertet wurden rund 1,1 Mio. Konversationen bzw. 1,58 Mio. Nachrichten von ca. 130.000 Nutzern, Mai 2024 bis Juli 2025. Zitat: „10.2% of all user messages … are requests for Tutoring or Teaching.“
- [2] OpenAI, zitiert nach TechCrunch (27. Februar 2026); auch berichtet von Search Engine Land
- [3] Aggarwal, Murahari, Rajpurohit, Kalyan, Narasimhan, Deshpande: „GEO: Generative Engine Optimization“, Princeton University / Georgia Tech / IIT Delhi / Allen Institute for AI, veröffentlicht bei KDD 2024
Häufige Fragen
Empfiehlt eine KI wirklich einzelne Online-Kurse?
Ja, bei ausreichend konkreten Fragen. Bei einer Anfrage wie „bester Kurs für [Thema] für Einsteiger“ nennen ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini regelmäßig konkrete Programme oder Anbieter. Bei sehr allgemeinen Anfragen wie „bester Online-Kurs“ bleibt es oft bei Kategorien oder Plattformen. Je klarer deine Seite Zielgruppe und Fachgebiet benennt, desto eher wirst du einer konkreten Frage zugeordnet.
Reicht mein Kurs auf Udemy oder Coursera für KI-Sichtbarkeit?
Nur eingeschränkt. Läuft dein Kurs ausschließlich über eine Plattform, zitieren KI-Systeme im Zweifel die Plattform und nicht dich als Anbieter. Eine eigene, eigenständig auffindbare Kursseite mit Lehrplan, Zielgruppe und belegten Ergebnissen ist die Voraussetzung dafür, als eigener Anbieter genannt zu werden.
Was ist der Unterschied zu GEO für Coaching?
Coaching ist eine persönliche 1:1-Leistung, bei der Vertrauen in die Person zählt. Ein Kurs ist ein standardisiertes, skalierbares Produkt und direkt vergleichbar, oft bis auf Modulebene. KI-Systeme stellen Kurse deshalb häufiger in „X vs. Y“-Vergleichen gegenüber, bei denen Curriculum, Dauer, Preis und Zertifikat zu Kriterien werden.
Wie schnell zeigt GEO für einen Kurs Wirkung?
Dazu gibt es keine belastbaren, kursspezifischen Daten, und seriös lässt sich kein fixer Zeitraum nennen. Realistisch ist es eine Frage von Monaten, in denen du Inhalte strukturierst, Ergebnisse belegst und regelmäßig prüfst, wie KI-Systeme über deinen Kurs sprechen. Wer eine Garantie über wenige Wochen verspricht, überverkauft.
